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Lederlexikon A - D

A:

Abfärbendes Leder:

Leichtes Abfärben kann bei neuen Ledern ab und an vorkommen und ist bis zu einem gewissen Grad in Ordnung. Dies wird bei Möbelledern in DIN-Normen oder auch in der RAL-GZ 430 festgelegt. Falls jedoch die Abfärbungen und die Verfärbungen am Kontaktmaterial zu stark sind, ist dies mangelhaft und sollte in einem Prüflabor überprüft werden. Hierzu wird bei Leder der Reibtest genutzt.

Mögliche Beispiele hierfür sind: Gürtel, die Autoleder verfärben, Jeans mit schlecht fixiertem Farbstoff (ist oft gewünscht – für den Stone-Washed-Effekt) die das Leder bläulich verfärben...

Abfärben_anilin

Alcantara:

ist ein Handelsname und ist definitiv kein Leder, sondern aus einem Polyester und Polyurethan basierenden Mikrofaserstoff! Es ähnelt stark dem Velour- oder Nubukleder in Griff und Optik und wird deshalb gerne damit verwechselt. Bei Autobezügen wird von einigen Herstellern eine Bezugskombination angeboten, die Seitenwangen in Glattleder und die Sitz- und Rückenflächen in Alcantara. Dies wird häufig falsch verstanden, da von einer „Alcantara-Leder“-Ausstattung gesprochen wird, glauben viele Alcantara sei Leder. Dabei wird nur die Verarbeitungskombination hiermit beschrieben.

Ein typisches Problem von Alcantara ist die Pilling-/Knötchenbildung, diese kann gut (aber vorsichtig) mit einem Fusselrasierer entfernt werden.

Alcantara

Anilin-Leder:

siehe LEDERARTEN

Anschmutzverhalten:

wird bei gedeckten Ledern geprüft. Indem ein definierter, angeschmutzter Prüfstoff, wie zum Beispiel der Empa 128 (verschmutzter Jeansstoff mit Olivenöl, Ruß und Indigofarbstoff) über die zugerichtete Oberfläche (Top Coat) des Leders reibt. Hierbei wird die Verfärbung der Oberfläche beurteilt. Durch Zusatz von Anti-Soiling-Produkten im Top Coat, kann das Anschmutzverhalten verbessert werden. Oder durch den nachträglichen Auftrag des KERALUX® Intensivschutzes P.

KeraluxIntensivschutz

Anti-Soiling:

Es gibt spezielle Anti-Soiling-Produkte, die den wässrigen Top Coats zugesetzt werden können, um das Anschmutzverhalten von hellen gedeckten Ledern zu verbessern. Das heißt, durch Einsatz der Anti-Soiling-Produkte wird die Empfindlichkeit der hellen gedeckten Leder verbessert.

Atmungsaktivität:

Ist die Fähigkeit von Ledern, Feuchtigkeit (in Form von Wasserdampf, Schweiß) aufzunehmen und wieder abzugeben.

Je nach Lederart (Nubuk, Anilin, Semi-Anilin oder gedeckten Ledern) ist die Atmungsaktivität unterschiedlich stark. Bei gedeckten Ledern ist diese schwächer, wie bei den Anilin-Ledern. Verschiedene Anforderungen an die Lederoberfläche erfordern eine Zurichtung (Schutz) des Leders, wie zum Beispiel für die Reibechtheit.

Bei Automobilledern, wird ab und an die Atmungsaktivität durch eine Perforierung wieder optimiert.

Perforation      Beispiel Perforierung in Leder

Ausbleichen:

Es gibt Lederarten, die auf Sonneneinstrahlung und Lichtquellen mit Ausbleichungen reagieren. Dies sind meistens Anilin- und Rauleder, da diese nur mit Farbstoffen gefärbt werden. Farbstoffe haben keine gute Lichtechtheit, solche Leder sollten mit UV-Schutz (Lichtschutz) angereicherten Pflegemitteln behandelt werden um das Ausbleichen zu verzögern. Am besten die Rollläden herunterlassen, wenn Sie über den Tag nicht zu Hause sind.

Autoleder:

Unterliegen durch die heutigen Ansprüche der Automobilindustrie und der Verbraucher strengen Prüfungen. Hierbei hat jeder Automobilhersteller noch ein bis zwei extra  Prüfungen, die zu erfüllen sind, auf Lager. Hier ein Auszug der zu erfüllenden Prüfnormen: Lichtechtheit, Reibechtheit, Dauerfaltverhalten, Haftung der Zurichtung, Fogging, Hydrolysebeständigkeit, Tabertest etc.

Durch die hohen Anforderungen an das Automobilleder, sind die meisten Leder gedeckte Leder. Besonderheiten, also Ausnahmen, sind auch hier zu finden, Beispiele hierfür sind ein Anilin-Leder im AUDI RS6 oder ein Nubukleder im BMW Z1.

Äscher:

Ein Prozess in der Lederherstellung nach der Weiche, der die Haare und die Epidermis von der Rohhaut entfernt, das Naturfett teilweise verseift und die Haut aufschließt (Auflockern des Kollagenfasergefüges). Je weicher ein Leder werden soll, desto stärker muss die Haut aufgeschlossen werden.

Hierbei werden verschiedene Chemikalien wie Weißkalk, Schwefelnatrium, Natriumsulfhydrat eingesetzt. Nach diesem Vorgang ist die Blöße nun für nachfolgende Prozesse Spalten, Entkälkung, Beize und Pickel  vorbereitet.

Aufbau der Haut:

Zeichnung der verschieden Hautschichten: Epidermis, Papillarschicht, Retikularschicht und Subcutis (evtl. Abb. BASF Taschenbuch für den Lederfachmann – BASF Seite 19)

Aufteilung der Haut:

siehe "Stellung der Haut" 

Abwelken:

Ein Prozess in der Lederherstellung welcher nach der Gerbung und vor dem Falzen durchgeführt wird. Hierbei wird das Wasser durch Filzmantel bezogene Walzen ausgepresst auf einen Wassergehalt von 50-70%. Hierdurch können die Leder beim Falzen genauer bearbeitet werden.

Appretur:

siehe "Zurichtung" 



B:

Beschichtetes Leder:

Wenn die aufgetragene Schicht auf Leder oder Spaltleder eine Trockenschichtstärke von über 0,15 mm beträgt, aber die Außenbeschichtung ein Drittel der Gesamtstärke des Materials nicht überschreitet, muss es als beschichtetes Leder bezeichnet werden.

An Stelle von beschichtetem Leder kann das Material auch „Lackleder“ genannt werden, wenn das Leder mit einem spiegelartigen Finish gefertigt wurde (RAL 060 A2, März 2012)

Die Zusammensetzung der aufgetragenen Schicht kann aus verschiedenen Formulierungen bestehen, wie z.B.: Pigmente, Bindemittel, Folien, Schäume etc.

PUbeschichtg

Beschichtetes Spaltleder:

siehe "Lederarten"

Büffelleder:

Sind meist offenporiges Anilin-Leder, wobei das Narbenbild grob erscheint im Vergleich zu Rindleder und der Narben leicht nubukiert ist.  Durch diese warentypische Eigenschaft dringt eingeriebene/verteilte Flüssigkeit in das Büffelleder ein und verdunkelt dieses. Bei Nutzung/Gebrauch wird das oft langlebige Büffelleder speckig und bleicht aus.

Bycast-Leder:

siehe "PU-Leder"

Blankleder:

Auch Kernleder genannt, ist ein Rindleder in einer Stärke von 2,5 mm oder mehr. Blankleder ist pflanzlich (vegetabil) gegerbt, diese Gerbung benötigt bei einem guten Blankleder ca. 2-4 Monate, der Fettgehalt des Fertigleders liegt bei ca. 4-10%.

Nach der Trocknung kann eine Bürstfärbung auf der Narbenseite oder ein leichter Finish aufgebracht werden, um die Widerstandfähigkeit und Reibechtheit der Oberfläche zu erhöhen. Verwendung findet diese Lederart bei Sattlerware, Freischwingern, Gürtel, Schulranzen, Taschen etc.

Blankleder

Blöße:

Ist die haarlose, aufgeschlossene Haut nach dem Äscher.

Borke/Borkeleder:

siehe "Crustleder" 

Bronzieren:

siehe "Lederfehler"

 Beize:

Prozess in der Lederherstellung, der nach der Entkälkung folgt. Dieser dient zur Entfernung von Epidermis-, Haar- und Pigmentresten, zusätzlich bewirkt die Beize einen Hautaufschluss.

Hierzu werden verschiedene Enzyme, Sägemehl als Trägersubstanz, Neutralsalze als Puffer verwendet.

 

C:

Crustleder:

Crustleder ist nach der Chromgerbung neutralisiert, nachgegerbt, evtl. gefettet und gefärbt und wird auch Chromcrust genannt. Ein Crustleder kann, muss aber nicht chromgegerbt sein, es ist ein Zwischenprodukt, welches gehandelt wird. In ungefärbter Variante auch als „Borke“ bezeichnet.

Chromgerbung:

Eine Gerbart, die mit Chrom (III)-Salzen durchgeführt wird, gilt als unbedenklich für die Gesundheit. Diese Chromgerbung ist in vielen Bereich zu finden, wie z.B. bei den Schuhledern, Bekleidungsledern. Im Automobilleder- und Polsterlederbereich jedoch rückgängig, hier finden die sogennaten FOC-Leder immer häufiger Ihren Einsatz.

Vorteile der Chromgerbung können das geringe Gewicht sein, sowie die gute Hydrophobierbarkeit des Chromleders, dies ist für Anilin-Leder oder Wanderschuhe interessant. (evtl. Abb. Chromgerbstoff – Gerberei Gmelich)

Crosslinker:

siehe "Vernetzer" 

Craquelé:

siehe "Krakelierung"

Croupon:

siehe "Stellung der Haut"

 

D:

Das goldene „M“:

siehe DGM.

 Dehnbarkeit:

Gibt an, wie weit ein Material gezogen werden kann, ohne zu reißen. Dehnbarkeit eines Leders wird durch verschieden Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel die Gerbart, Fettung etc. Ein wichtiger Faktor ist die Haut selbst! Bei Zuschnitten aus dem Croupon ist die dreidimensionale Faserverflechtung „fester“ wie in den abfälligen Bauch-/Flankenbereichen und somit für die Verarbeitung eine Sitzfläche viel besser geeignet.

Bei relativ neuen Polstermöbeln beanstanden Kunden ab und an Sitzmulden/Wellenbildung auf der Sitzfläche, hierbei muss die Verpolsterung mit beachtet werden, da eine straffe Verpolsterung natürlich weniger Wellenbildung haben darf wie eine legere Verpolsterung , denn hier ist es in einem bestimmten Maße (zulässig sind Wellen bei einer Sitzbreite von 700 mm in der max. Höhe von 20 mm) warentypisch. Unterschiedliche Prüfmethoden können hier zurate gezogen werden .Von einer Falte spricht man, wenn die Welle einen Knick hat, und somit ist  die  Beanstandung innerhalb der gesetzlichen Gewährleistung berechtigt. Nachzulesen in der RAL-GZ 430 Seite 34-39 und im Polsteratlas.

Wellenbildung  Wellenbildung auf Sitzfläche

Dickleder:

Von Dickledern spricht man, ab einer Lederdicke von ca. 1,4 mm, da im Vergleich Standard-Polsterleder nur eine Dicke/Stärke von ca. 1,0-1,2 mm haben. Diese Lederdicke wird mit einem Lederdickenmesser gemessen, die Angaben erfolgen meist in Bereichen, wie z.B.: 1,0-1,2 mm oder 1,4-1,6 mm, weil innerhalb der Haut starke Stärkeschwankungen vorhanden sind, bedingt durch die Stellung der Haut.

Lederdicke

Druckstellen im Leder:

Entstehen durch das Abstellen von schweren Dingen (Koffer, Boxen, Taschen etc.) auf Ledersitzen, Polstern. Diese Druckstellen lassen sich, in Abhängigkeit von Abstelldauer und Gewicht, mehr oder minder verbessern.

Durchgefärbtes Leder:

Leder, welches mit wasserlöslichen Farbstoffen so gefärbt wurde, dass der gesamte Lederquerschnitt keine ungefärbte Schicht mehr hat. Leder, die nicht weiter mit Farbe (Pigmenten)  auf der Oberfläche behandelt werden, nennt man Anilin-Leder.

Im Allgemeinen sind laut der RAL-GZ 430 Farbunterschiede zwischen der Lederoberfläche und Innenzone zulässig (genaue Norm hierfür ist die DIN 68871-11/2001, visuelle Beurteilung).

 durchgefaerbt_nicht

DGM:

Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. ist ein Zusammenschluss von Möbelherstellern und fördernden Mitgliedern (Zulieferindustrie, Verbände der Möbelindustrie etc.). Das Hauptthema ist die Qualität bei Möbeln. Möbelhersteller lassen freiwillig Ihre Möbel, nach der aktuellen RAL-GZ 430, von neutralen Instituten prüfen. Wenn alle Tests und Prüfungen in Ordnung sind, verleiht die DGM das RAL-Gütezeichen „das goldene M“.

DIN-Normen:

Sind freiwillig erarbeitete Standards unter Leitung eines Arbeitsausschusses im Deutschen Institut für Normung. Hierbei gibt es verschiedene Arten von Normen, wie zum Beispiel eine Produktnorm oder eine Prüfnorm etc. Die ISO-Normen sind auf internationaler Ebene erarbeitete Standards, die EN-Normen europäisch.

 

Dauerfaltverhalten (Dauerbiegeverhalten):

ist eine Prüfung der Zurichtung (Beschichtung) für die Gebrauchstauglichkeit. Dieses Prüfgerät (Flexometer) wurde entwickelt, um eine Aussage über das Verhalten der Zurichtung/Beschichtung im Gebrauch zu machen. Bei Möbelledern sagt die RAL-GZ 430, dass nach 50.000 Knickungen keine Veränderungen sein dürfen. Diese Prüfung findet nach der DIN EN ISO 5402 statt und ist für Rau-/Nubukleder nicht erfoderlich. (evtl. Abb. Flexometergerät)

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