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Mythen und Irrtümer der Lederpflege


Wir sind Experten auf dem Gebiet der Lederpflege, das geben wir mit Stolz zu. Seit über 30 Jahren widmen wir uns der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Reinigungs- und Pflegemitteln speziell für Möbelleder. Wir haben ein eigenes Labor, in dem wir sämtliche neuen Lederkollektionen der Hersteller auf ihre Pflegeigenschaften prüfen. Wir informieren uns regelmäßig direkt in führenden deutschen Gerbereien über Neuerungen auf dem Ledermarkt. Und deshalb behaupten wir, uns wirklich mit Leder und seinen Ansprüchen an die Pflege auszukennen.

Tagtäglich beraten wir eine Vielzahl Verbraucher, welche sich mit Fragen zur Reinigung, Fleckentfernung und Pflege von Leder an uns wenden. Und dabei hören wir immer wieder "Geheimtipps", welche jedoch nicht zum Ziel geführt haben, sondern das Problem meist verschlimmert haben. Deshalb erlauben wir uns an dieser Stelle ein offenes Wort zu sogenannten Hausmitteln und Geheimrezepten zur Fleckentfernung und Pflege bei Leder anzuführen.

Der Klassiker: Nivea-Creme

Würden wir eine Strichliste mit bewährten Hausmitteln führen, wäre der Pflegetipp mit der Nivea-Creme absoluter Spitzenreiter. Nein, man brauche keine professionelle Pflege, eine Behandlung des Ledersofas mit dem beliebten Kosmetikprodukt helfe ganz prima. Da muss man auch vorher das Leder nicht reinigen, das Eincremen reiche völlig. Weil wir diese sich hartnäckige Meinung sehr oft hören, haben wir sie schon vor längerer Zeit an verschiedensten Lederarten im Labor ausgiebig getestet. Und die Ergebnisse unterstrichen unsere Expertenmeinung.

Es mag sein, dass in frühereren Zeiten (und damit meinen wir wirklich längst vergangene Zeiten) das Einfetten der dicken und robusten Leder im Vordergrund stand, weil es auch als Art Imprägnierung wirkte. Denn damals galt diese Art der Pflege vor allem der Sattel- und Schuhpflege, dies mussten vor allem wettertauglich sein. Ledermöbel kamen erst später in Mode. Bis dieses Einfetten seine langfristigen schädlichen Wirkungen offenbarte, war die Lebensdauer der Schuhe schon vorüber. Der positive Effekt überwog.

Heutige Möbelleder hingegegen kann man mit früheren pflanzlich gegerbten Sattel- und Schuhledern nicht vergleichen. Möbelleder ist unglaublich vielfältig. Es unterscheidet sich in der Art der Gerbung, der Veredelung, der Verarbeitung und vielem mehr. Vor allem sind die meisten Möbelleder dünn und leicht bis stärker pigmentiert, also mit einer Farblackschicht überzogen. Wenn man diese Leder mit Nivea-Creme einschmiert, kann das Fett nicht ins Leder eindringen, weil die Poren der Tierhaut von Farbe bedeckt sind und somit undurchlässig sind. Das Fett der Creme bleibt als leicht schmieriger "Film" auf der Oberfläche des Leders zurück und findet sich eher an der Bekleidung des Benutzers wieder. Es ist auch wirklich fakt, dass Fett bei häufiger Anwendung die Lederoberfläche angreift und zerstört.

Und noch ein Fakt: Ledermöbel hat man in der Regel länger als ein Paar Schuhe. Wussten Sie, dass im Laufe der Zeit eingepflegtes Fett im Leder ranzig werden kann? Ein weiterer Grund, nur professionelle, aufs Leder abgestimmte Pflegemittel zu verwenden!

Viele, die auf Niveacreme als Lederpflege schwörten, mussten leider negative Erfahrungen wie oben beschrieben machen. Also: bitte Finger weg vom Eincremen von Ledermöbel mit kosmetischer Körpercreme!

Olivenöl / Melkfett

Eine reine Pflege mit Speiseöl übersättigt das Leder, es kann es nicht aufnehmen. Eine Pflege braucht auch immer Feuchtigkeit, um ins Leder einziehen zu können. Reines Öl hinterlässt auf dem Leder lediglich einen glänzenden bis schmierigen Film.

Buttermilch

Ja, in manch einem Hausfrauen-Forum schwört man auf Buttermilch bzw. einer Mischung aus entfetteter Milch und Wasser. Vom Ansatz her vielleicht sogar verständlich, denn die Kombination aus Wasser und Fett nährt das Leder durchaus. Wer den Geruch von ranziger Buttermilch mag, kann dem Rat folgen. Doch wir emfehlen es nicht, denn die Milch wird nach ein paar Tagen schlecht und das Leder riecht ranzig.

Bienenwachs

Wie beim Speiseöl wird Leder durch die reine Pflege von Bienenwachs übersättigt, zugeschmiert. Das Wachs verstopft die Poren des Leders, somit kann das Leder nicht mehr "atmen". Bienenwachs poliert außerdem stark an, somit wird das Leder glänzend und sehr glatt. Bei wiederholtem Auftrag mit Bienenwachs kann es durch die Schichtbildung sogar zu einem Grauaufbruch kommen, und das Leder verliert seine natürliche, frische Optik.