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LCK Leder-Lexikon

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Lederarten

  • Glattleder

    Glattleder ist der Sammelbegriff für alle Lederarten, die aus der "Narbenseite" der tierischen Rohhaut gemacht werden. Also aus der Oberseite, auf der z.B. beim Rind das Fell wuchs.

    Auch wenn es Glattleder heißt, kann das Erscheinungsbild je nach Art der abschließenden Veredelung  (z.B. durch Beschichten, Prägen, Lackieren usw.) strukturiert, genarbt, glatt oder geprägt sein. Das Bild links zeigt ein pigmentiertes Glattleder, auf welches nach der Gerbung und Färbung eine Hautstruktur geprägt wurde.

    Gibt es verschiedene Glattledertypen?

    Je nach Art der Färbung und Veredelung lassen sich Glattleder in drei große Ledergruppen einteilen: Neben naturbelassenen, anspruchsvollen Rein-Anilin-Ledern gibt es die pigmentierten, pflegeleichten Leder. Deren goldene Mitte stellen die Semi-Anilin-Leder dar, die man als fast naturbelassen und dennoch alltagstauglich beschreiben kann. Der Unterschied in Kurzform: Nach der Durchfärbung bleibt Rein-Anilin unbehandelt, Semi-Anilin erhält eine oberflächliche Tönung mit Pigmentfarben und pigmentiertes Leder wird mit einer stärkeren bis starken Farbdeckschicht überzogen. Das klingt kompliziert, bedeutes aber nichts anderes, als dass sich durch diese Kriterien für jeden Geschmack und jede Verwendungsmöglichkeit das richtige Leder finden lässt.

  • Rein-Anilin, naturbelassenes Leder

    Rein-Anilin Leder: naturbelassen, exklusiv und traumhaft weich

    Anilinleder ist ein Sammelbegriff für sehr hochwertige, naturbelassene Glattleder, die von unterschiedlichen Tierarten stammen können. Die Verarbeitungsseite entspricht wie bei allen Glattledern der Hautaußenseite des Tieres. Falten oder auch Hautverletzungen sind klar zu erkennen. Das Narbenbild bleibt intakt und verleiht Anilinleder einen individuellen und sehr naturnahen Charakter. Ein gleichmäßiges Oberflächenbild ist bei Anilinleder immer ein eindeutiger Beleg für eine makellose Haut.

    Rein-Anilin als Bezugsmaterial für Polstermöbel

    Anilinleder ist ein geschätztes Bezugsmaterial für elegante und repräsentative Polstermöbel. Es wirkt sinnlich, sehr edel und trägt zum gehobenen Ambiente der Einrichtung wesentlich bei.

    Anilinleder sind wunderschön, natürlich und exklusiv. Sie nehmen bei Hautkontakt sofort die Wärme an, sind atmungsaktiv und fühlen sich sehr angenehm und griffig an. Durch ihre Naturbelassenheit haben sie jedoch keine schützende Farbdeckschicht und sind deshalb sehr empfindlich. Verschüttete Tropfen ziehen direkt ins Leder ein und sind damit sichtbar. Die Reinigung ist je nach Fleckenart z.T. heikel und deshalb ist es besonders wichtig, Anilinleder nur mit dafür ausgewiesenen Pflegemitteln zu behandeln. Mit Anilinleder bezogene Möbel sollten nach Möglichkeit nicht der permanenten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da das Leder dann relativ schnell ausbleichen kann.

    Färbung von Anilinleder

    Anders als die pigmentierten oder halbpigmentierten Glattleder erhält Anilinleder seine Farbe lediglich durch eine einfache Fassfärbung mit löslichen Farbstoffen. Die Hautporen bleiben nach der Färbung vollständig geöffnet. Das Leder kann dadurch seine natürliche Geschmeidigkeit erhalten und zeichnet sich durch hohe Atmungsaktivität aus. Als Polsterleder überzeugt Anilinleder zusätzlich durch zügige Erwärmung, weil es die Hauttemperatur rasch annehmen kann. Seinen Namen verdankt Anilinleder den Anilinfarbstoffen, die jedoch heute in der Regel durch schonendere Farbstoffe ersetzt werden.

    Kurzübersicht Anilinleder:

    · Ursprünglich, naturbelassen, edel, hochwertig. Leder mit ganz indivuellem Charakter.

    · Es ist ganz von Farbe durchdrungen, ansonsten aber weitgehend naturbelassen. Die einzelnen Hautporen sind als haarfeine Löcher noch sehr gut sichtbar.

    · Wenn man mit dem Fingernagel darüberfährt, hinterlässt man eine "Spur", die sich aber beim Gebrauch von selbst wieder zurechtpoliert.

    · Durch die Naturbelassenheit ist seine Oberfläche sehr weich, warm und sinnlich angenehm.

    · Die offenen Hautporen ermöglichen eine hohe Atmungsaktivität.  Das Leder passt sich im Nu der Körpertemperatur an.

     

     

    · Durch unbehandelte Oberfläche ist Rein-Anilin leider sehr empfindlich und anfällig für Flecken und Gebrauchsspuren.

    · Rein-Anilin entwickelt im Laufe der Zeit einen individuellen Charakter, diese "Patina" macht den Charme von Anilinleder aus.

    · Da nur fehlerfreie und narbenreine Häute verwendet werden können, die jedoch eher selten vorkommen, sind anilingefärbte Leder wesentlich teurer als pigmentierte Leder.

  • Semi-Anilin

    Bei diesem Ledertyp findet eine leichte Pigmentierung (Zurichtung) der Lederoberfläche statt. So, dass das Narbenbild und die Haarlöcher noch deutlich zu erkennen sind. Somit ist ein Semianilinleder etwas unempfindlicher wie ein Anilinleder, in der Gerberei wird jedoch versucht, einen warmen, weichen Griff – Anilinleder ähnlich – beizubehalten. Durch die leichte Pigmentierung der Lederoberfläche werden Naturmerkmale etwas geschönt, hierbei entsteht ein gleichmäßigeres, egaleres Aussehen der Lederoberfläche.

    Semi-Anilinleder zählen zu den Glattledern, bei denen die Haarseite der Haut zugleich die Oberseite des Polsterbezugs ist. Eine mechanische Oberflächenbehandlung findet bei dieser Art Leder nicht statt. Unter den Glattledern stellt Semi-Anilinleder einen guten Kompromiss dar zwischen dem sehr weichen, aber auch empfindlichen Rein-Anilin Leder und dem  pigmentiertem / gedecktem Leder.

    Kurzübersicht SEMI-ANILIN

    · Geschmeidig, gefällig, geschützt.

    · Semi-Anilin ist die goldene Mitte zwischen naturbelassenen Rein-Anilin-Ledern und pigmentierten Ledern mit stärkerer Farbdeckschicht.

    · Es vereint das Beste aus diesen zwei Welten: es ist weich und griffig und gewährt dennoch einen gewissen Schutz vor Flecken und Flüssigkeiten.

    · Semi-Anilin erhält zusätzlich zur Durchfärbung eine leichte Tönung mit Pigmentfarben.

    · Es wird dadurch strapazierfähiger und reinigungsfreundlicher, ohne an Weichheit und Geschmeidigkeit zu verlieren.

    · Die Hautporen sind immer noch etwas sichtbar (mittels Lupe), genau wie seine natürliche Herkunft, die sich in unregelmäßiger Narbung und kleinen verheilten Wunden offenbart.

  • Gedecktes / pigmentiertes Leder

    Pigmentierte Leder werden nach dem Gerb- und Färbeprozess mit einer zusätzlichen Farbpigmentschicht überzogen. Unter dieser Lackschicht verschwinden Poren, das individuelle Hautbild sowie Narben oder andere individuelle Merkmale der Rinderhaut völlig.

    Die Stärke dieser Farbschicht hängst meist davon ab, wie stark die Schäden (Brandzeichen, Verletzungsnarben, Insektenstiche etc.) sichtbar sind, denn diese gilt es zu kaschieren. Bei manchen überdeckt die Farbschicht sogar die natürliche Hautstruktur und es wird daher ein künstliches Narbenbild aufgeprägt, um die Hautstruktur zu imitieren.

    Eine künstliche Prägung kann aber auch aus modischen Gründen erfolgen, um z.B. Kroko- oder Straußenhaut zu imitieren.

    Stärker pigmentiertes Glattleder hat durch die aufgebrachte Farbdeckschicht einen etwas steiferen, mäßig warmen Griff. Es kann so an kalten Tagen leicht kühl wirken, da die Körperwärme nicht mehr eindringen kann. An heißen Sommertagen hingegen neigt man darauf zum Transparieren, es fühlt sich schwitzig an.

    Doch diese Oberflächenbehandlung bietet dadurch auch einen hohen Schutz gegen Flecken, da Flüssigkeiten nicht tief  ins Leder eindringen können. Somit sind pigmentierte Glattleder robust,pflegefreundlich und unkompliziert.

    Für Ledermöbelbezüge werden zu ca. 90 % pigmentierte Glattleder verwendet. Sie sind robust, pflegefreundlich und unkompliziert. Durch die hohe Strapazierfähigkeit ist diese Lederart "sehr alltagstauglich" und neigt seltener zum Ausbleichen. Es ist problemlos zu reinigen, fast alle Flecken lassen sich mit den entsprechenden KERALUX®-Reinigern prima entfernen.


    Kurzübersicht pigmentierte Leder:

    · Robust, alltagstauglich, pflegefreundlich und unkompliziert.

    · Pigmentierte Leder werden nach dem Gerb- und Färbeprozess mit einer zusätzlichen Farbpigmentschicht überzogen. Unter dieser Lackschicht verschwinden Poren, das individuelle Hautbild sowie Narben oder andere individuelle Merkmale der Rinderhaut völlig.

    · Manchen pigmentierten Ledern wird daher sogar ein künstliches Narbenbild aufgeprägt, um die Hautstruktur zu imitieren.

    · Diese Leder haben einen etwas steiferen, mäßig warmen Griff. Es kann so an kalten Tagen leicht kühl wirken, da die Körperwärme nicht mehr eindringen kann. An heißen Sommertagen hingegen neigt man darauf zum Transparieren, es fühlt sich schwitzig an.

    · Doch diese Oberflächenbehandlung bietet dadurch auch einen hohen Schutz gegen Flecken, da Flüssigkeiten nicht tief  ins Leder eindringen können.

    · Durch die hohe Strapazierfähigkeit ist diese Lederart "sehr alltagstauglich" und neigt seltener zum Ausbleichen. Es ist problemlos zu reinigen, fast alle Flecken lassen sich mit den entsprechenden KERALUX®-Reinigern prima entfernen


     

  • Rauleder / Nubuk

    RAULEDER, auch Nubukleder, Velours oder Wildleder genannt, zeichnet sich durch eine samtartige Oberfläche aus. Dieser Effekt wird durch ein Anschleifen der Oberfläche bzw. Unterseite der gespaltenen Lederhaut erzielt. Die aufgeraute, samtige Oberfläche dieser Lederart schließt das Aufbringen einer Farbschicht nach der Fassfärbung aus, da sonst die Fasern verkleben würden.

    Übrigens, Leder der Bezeichnung "WILDLEDER" entstehen tatsächlich aus Tieren, die im Freien leben, wie zum Beispiel: Rehe, Hirsche etc. Durch das wilde Leben im Freien ist die Hautoberseite stark vernarbt, deshalb wird meist die Hautunterseite (Fleischseite) genutzt, aufgeraut und daraus ein Velourleder hergestellt. Hätten Sie's gewusst?

  • Wildleder

    Wildleder entsteht tatsächlich aus Tieren, die im Freien leben, wie zum Beispiel: Rehe, Hirsche etc. Durch das Leben im Freien, ist die Narbenseite stark vernarbt, deshalb wird meist die Fleischseite genutzt und ein (aufgerautes) Veloursleder hergestellt.

  • Nappaleder

    Nappaleder ist für viele der Inbegriff von besonders weichem und zarten Leder, welches seinen Namen nach dem Nappa-Valley erhielt. Es kann aus Häuten verschiedener Tierarten hergestellt werden, ist aber immer ein vollnarbiges Glattleder, da hierfür immer die Narbenseite (äußere) Seite der Haut verwendet wird.

    Merkmale eines Nappaleders sind: die Vollständigkeit des Narbens (die Narbenseite darf nicht angeschliffen oder abgetragen werden), es ist chromgegerbt und durchgefärbt. Egal für welchen Verwendungszweck es eingesetzt wird oder welche Tierart verwendet wurde, darf der Begriff Nappa verwendet werden, wie beispielsweise Möbelledernappa, Bekleidungsledernappa, Lammnappa, Rindnappa etc.

    Leider kommt es immer häufiger vor, dass auch narbenkorregierte Leder als Nappa bezeichnet werden, da Hersteller durch den Begriff Nappa eine Hochwertigkeit des Leders suggerieren möchten. (evtl. Abb. Querschnitt durchgefärbt und weiches Leder)

  • Büffelleder

    Sind meist offenporiges Anilin-Leder, wobei das Narbenbild grob erscheint im Vergleich zu Rindleder und der Narben leicht nubukiert ist.  Durch diese warentypische Eigenschaft dringt eingeriebene/verteilte Flüssigkeit in das Büffelleder ein und verdunkelt dieses. Bei Nutzung/Gebrauch wird das oft langlebige Büffelleder speckig und bleicht aus.

  • Alcantara

    Alcantara ist ein Marken-/Handelsname und definitiv kein Leder, sondern aus einem Polyester und Polyurethan basierenden Mikrofaserstoff! Es ähnelt stark dem Velour- oder Nubukleder in Griff und Optik und wird deshalb gerne damit verwechselt. Bei Autobezügen wird von einigen Herstellern eine Bezugskombination angeboten, die Seitenwangen in Glattleder und die Sitz- und Rückenflächen in Alcantara. Dies wird häufig falsch verstanden, da von einer „Alcantara-Leder“-Ausstattung gesprochen wird, glauben viele Alcantara sei Leder. Dabei wird nur die Verarbeitungskombination hiermit beschrieben.

    Ein typisches Problem von Alcantara ist die Pilling-/Knötchenbildung, diese kann gut (aber vorsichtig) mit einem Fusselrasierer entfernt werden.

  • Lackleder

    Dieser Begriff darf laut RAL 060 A2 bei Ledern mit spiegelähnlicher (hochglänzender) Oberfläche handelt. Die Lackschicht/Beschichtung oder die angewendete Folie zur Beschichtung darf ebenfalls wie bei beschichtetem Leder ein Drittel der Gesamtdicke nicht überschreiten. Verwendung findet Lackleder vorwiegend in der Schuh- und Taschenherstellung.

  • Spaltleder

    Wird in der Produktion die Haut, wegen Ihre Dicke, meist in zwei Schichten gespalten, so entsteht der hochwertige Narbenspalt und der weniger stabile Fleischspalt. In der Weiterverarbeitung wird der Fleischspalt dann in Spaltleder oder Spaltvelour umbenannt. Das Wort „Spalt“ muss in der Auslobung enthalten sein, da dies klar auf den weniger stabilen Fleischspalt hinweist.

  • FOC-Leder

    Leder die „free of chrome“, also chromfrei gegerbt wurden. Diese Leder finden in der Automobil- und Möbelindustrie immer häufiger Ihre Verwendung. Hierbei werden andere Mittel zum Gerben eingesetzt, wie zum Beispiel, synthetische oder pflanzliche (vegetabil) Gerbstoffe.

  • Kunstleder

    Kunstleder hat außer der imitierten Optik nichts mit Echtleder zu tun. Es handelt sich meist ein textiles Unter-/Trägergewebe oder einen Vliesstoff, der mit einer Kunststoffbeschichtung versehen wird. Diese Kunststoffbeschichtung kann aus PVC oder Polyurethan sein und wird gerne mit einer künstlichen Oberflächenstruktur versehen, um das Kunstleder einem echten Leder ähnlicher zu machen. Leider werden Kunden häufig getäuscht und wissen nicht, dass Sie nur ein Kunstleder gekauft haben oder teilweise Kunstleder verarbeitet wurde. Auch Begriffe wie Textilleder führen zu solch Verwirrungen. Dieser Begriff „Textilleder“ darf deshalb seit März 2012 nicht mehr verwendet werden.

     

Ledertypisches

  • Leder - Definition

    Leder ist ein Flächenwerkstoff aus tierischer Haut, der durch chemische Behandlung und mechanische Bearbeitung unter Erhalt der natürlichen Faserstruktur gezielt neue Eigenschaften erhielt, wie Fäulnisbeständigkeit, bleibende Weichheit etc.

  • Naturmerkmale / Rohhautschäden

    Leder ist so individuell wie das Tier, aus dessen Haut es gegerbt wurde. Je nachdem, wie und wo und unter welchen Bedingungen das Tier sein Leben verbracht hat, kennzeichnen die Haut individuelle Naturmerkmale. Dazu gehören z.B.

    - Nackenfalten und Mastfalten: entstehen bei Rindern im Hals- und Bauchbereich, wo die Bindegewebsfasern länger sind. Das zeigt sich in einem oft sehr markantem Narbenbild

    - Stacheldrahtrisse: meist tiefe Risse mit unregelmäßigem Verlauf

    - Striegelrisse: haben eine prallele, strichartige Anordnung, treten häufig über die ganze Haut verteilt auf

    - Mistgabelstiche: stichartige Verletzung in Reihe angeordnet

    - Brandzeichen: nicht oder sehr selten auf der europäischen Rohware finden, bei fertigen Leder durch den gesamten Querschnitt der Haut, also auch auf der Fleischseite erkennbar

    - OP-Narben: häufig bei Kühen, durch den Kaiserschnitt

    - Dungstellen: durch Mist- und Urinbehang verursachte Verätzungen der Rohhaut häufig sehr große Stellen im Crouponbereich, der Narben wirkt wund, nubukiert.

    Zeckenbisse: der Narben des Leders ist schräg mit kleinen Löchern beschädigt

    Beispiel Mastfalten:

  • Haarlöcher/Poren

    Einbuchtungen im Narben (kleine Löcher). Durch die Anordnung der Haarlöcher für die einzelnen Tierarten auf charakteristische Weise, ergibt sich das Oberflächenbild (Narbenbild) des Leders. Somit kann durch die Anordnung der Haarlöcher die Tierart bestimmt werden.

  • Krakelierung

    Krakelierung oder auch Craquelé-Effekt, zeichnet sich durch eine gewollt gebrochene/gerissene Zurichtung (Abdeckschicht) aus. Hierbei wird auf die grundierte Lederoberfläche eine harte Abdeckschicht in einem Kontrastfarbton (hell auf dunkel oder dunkel auf hell) aufgetragen, getrocknet, evtl. geprägt. Nach diesen Arbeitsschritten wird das Leder gemillt/gewalkt oder gestollt, hierbei reißt/bricht die harte Abdeckschicht und ergibt den zweifarbigen Craquelé-Effekt.

     

  • Knarzen/Knarzverhalten

    Knarzen sind Störgeräusche, die durch Reibung von Materialien aneinander entstehen können, wenn diese aneinander haften und die Aneinanderhaftung wieder gelöst wird. Faktoren hierfür sind: Oberflächenbeschaffenheit, Zusammensetzung des Finish, Verschmutzung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc. Es empfiehlt sich bei diesem Problem erst einmal, die Kontaktstellen mit einem geeigneten Reiniger zu reinigen und die waschaktiven Substanzen nach der Reinigung mit einem nebenfeuchten Tuch zu entfernen. Danach gut trocknen lassen, ggf. mit einem weichen, fusselfreien Tuch trocken reiben. Falls dies nicht genügt, gibt es verschiedene Geräuschminderungsprodukte.

Lederherstellung

  • Gerbung

    Als Gerbung bezeichnet man die Stabilisierung der Haut zur Fäulnisbeständigkeit, dies erreicht die Gerbung durch Vernetzung der Kollagenketten mit verschiedenen Gerbstoffen.

    Ablauf von der Rohhaut zum chromgegerbten Leder in einer Gerberei (Lederherstellungsablauf): 

    Rohware (konserviert oder frisch) - Weiche - Äscher - evtl. Entfleischen - Spalten - Entkälkung und Beize - Pickel - Gerbung - Abstumpfen - Ablagerung der Wet-blue - Abwelken - Sortierung - Falzen - Waschen - Neutralisation - Waschen - Färbung - Nachgerbung - Fettung - Fixierung - Ablagern auf Bock - Trocknen - Stollen - evtl. Spannen - Beschneiden - Zurichten

    Mehr Infos: www.lederpflege.de/herstellung

  • Rohhaut/Rohware

    Als Rohware bezeichnet man die abgezogene Haut des Tieres. Sie kommt vom Schlachter und dient als Ausgangsmaterial zur Lederherstellung.

  • Abwelken

    Ein Prozess in der Lederherstellung welcher nach der Gerbung und vor dem Falzen durchgeführt wird. Hierbei wird das Wasser durch Filzmantel bezogene Walzen ausgepresst auf einen Wassergehalt von 50-70%. Hierdurch können die Leder beim Falzen genauer bearbeitet werden.

  • Äscher

    Ein Prozess in der Lederherstellung nach der Weiche, der die Haare und die Epidermis von der Rohhaut entfernt, das Naturfett teilweise verseift und die Haut aufschließt (Auflockern des Kollagenfasergefüges). Je weicher ein Leder werden soll, desto stärker muss die Haut aufgeschlossen werden.

    Hierbei werden verschiedene Chemikalien wie Weißkalk, Schwefelnatrium, Natriumsulfhydrat eingesetzt. Nach diesem Vorgang ist die Blöße nun für nachfolgende Prozesse Spalten, Entkälkung, Beize und Pickel  vorbereitet.

  • Chromgerbung

    Eine Gerbart, die mit Chrom (III)-Salzen durchgeführt wird, gilt als unbedenklich für die Gesundheit. Diese Chromgerbung ist in vielen Bereich zu finden, wie z.B. bei den Schuhledern, Bekleidungsledern. Im Automobilleder- und Polsterlederbereich jedoch rückgängig, hier finden die sogennaten FOC-Leder immer häufiger Ihren Einsatz.

    Vorteile der Chromgerbung können das geringe Gewicht sein, sowie die gute Hydrophobierbarkeit des Chromleders, dies ist für Anilin-Leder oder Wanderschuhe interessant. (evtl. Abb. Chromgerbstoff – Gerberei Gmelich)

  • Entfleischen

    Kann an zwei Stellen der Lederherstellung stattfinden, entweder nach der Weiche oder nach dem Äscher , der entstehende Abfall aus Fleisch und Unterhautbindegewebe wird Leimleder genannt. Heutzutage werden für das Entfleischen spezielle Entfleischmaschinen mit einem scharfen Messerzylinder verwendet.

  • Entkälkung

    Ist ein Prozess in der Lederherstellung, der auf den Äscher folgt. Hierbei wird die eingelagerte, chemisch gebundene Kalkmenge (eingebracht durch den Äscher) durch Überführung in leicht lösliche Salze entfernt. Eingesetzte Chemikalien hierbei sind: Milchsäure, Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat oder zum Beispiel CO2. Hierbei wird der pH-Wert vom Äscher 12,5-13,0 auf ca. 8-8,5 (bei einer ammonsalzhaltigen Entkälkung) gesenkt, somit kann die Beize erfolgen.

  • Millen

    Durch die Trocknung der gefärbten und gefetteten Leder verhärtet dieses, dies geschieht auch bei der Pigmentierung in der Zurichtung. Um das Leder wieder weich und geschmeidig zu bekommen, wird es in Fässer mit hohen Drehzahlen geladen und bis zu 10-12 Stunden bewegt – dies nennt man millen oder walken. Durch die Streck- und Stauchbewegung im Fass werden die Fasern gelockert und das Leder angenehm weich.

  • Färbung

    Prozess in der Lederherstellung, welcher nach der Gerbung, dem Abwelken und Falzen stattfindet. Die Färbung des Leders ist die farbliche Gestaltung des Lederquerschnitts und/oder der Lederoberfläche durch den Einsatz wasserlöslicher Farbstoffe. Nicht jeder Lederartikel erfordert eine Durchfärbung des Lederquerschnitts, somit gibt es die Möglichkeit zum Beispiel über eine Bürstfärbung (Farbstofflösung wird mit einer Bürste auf die Oberfläche aufgebracht) nur die Lederoberfläche zu färben. Oder es wird eine Faßfärbung durchgeführt, welche zur Durchfärbung der Lederquerschnittes eingesetzt wird.

    Bei der Färbung von hochwertigen Anilinledern muss auf folgende Parameter geachtet werden: einwandfreie Farbegalität, gute „Fehlerabdeckung“, große Farbtiefe bei gerigstem Farbstoffeinsatz, sowie hoher Farbechtheit.

  • Trocknung

    Trocknen ist ein notwendiger Prozessschritt in der Lederherstellung, der auf mehrere Arten durchgeführt werden kann:

    Hängetrocknung: Die Leder werden über Stangen oder an Haken befestigt und dann bei guter Luftzirkulation und Raumtemperatur getrocknet.

    Spannen: Die Leder werden mit Klammern auf einer Metalllochplatte mit der Fleischseite zur Lochplatte festgeklammert und bei erhöhter Temperatur und guter Luftzirkulation durch einen Trockenkanal geleitet.

    Klebetrocknung: Die Leder werden mit der Narbenseite mit Stärke und Zelluloseprodukten auf eine Glasplatte geklebt, damit diese bei der Trocknung nicht verzeihen. Wie beim Klammertrocknen werden die beklebten Glasplatten bei Warmluft und guter Luftzirkulation durch einen Trockenkanal geleitet. Es entsteht wie bei der Vakuumtrocknung ein glatter Narben, dieser ist jedoch durch den Kleber etwas belastet

    Vakuumtrocknung: Die Leder werden mit dem Narben nach unten auf eine polierte Metallplatte gelegt und ausgereckt (glatt gestrichen). Ein beweglicher Deckel wird herab gelassen und erzeugt einen Unterdruck, der Wasserdampf wird abgesaugt. Durch diese schnelle Trocknungsart entsteht ein sehr glatter, glänzender Narben.

     

     

Begriffserklärungen Möbelleder-Industrie

  • DGM

    Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. ist ein Zusammenschluss von Möbelherstellern und fördernden Mitgliedern (Zulieferindustrie, Verbände der Möbelindustrie etc.). Das Hauptthema ist die Qualität bei Möbeln. Möbelhersteller lassen freiwillig ihre Möbel, nach der aktuellen RAL-GZ 430, von neutralen Instituten prüfen. Wenn alle Tests und Prüfungen in Ordnung sind, verleiht die DGM das RAL-Gütezeichen „das goldene M“.

  • Textilleder

    Textilleder ist eine andere Bezeichnung für Kunstleder. Kunstleder hat mit Echtleder außer der imitierten Optik nichts zu tun. Es handelt sich hierbei meist um ein textiles Unter-/Trägergewebe oder einen Vliesstoff, der mit einer Kunststoffbeschichtung versehen wird. Diese Kunststoffbeschichtung kann aus PVC oder Polyurethan sein und wird gerne mit einer künstlichen Oberflächenstruktur versehen, um das Kunstleder einem echten Leder ähnlicher zu machen. Leider werden Kunden häufig getäuscht und wissen nicht, dass Sie nur ein Kunstleder gekauft haben oder teilweise Kunstleder verarbeitet wurde. Auch Begriffe wie Textilleder führen zu solch Verwirrungen. Dieser Begriff „Textilleder“ darf deshalb seit März 2012 nicht mehr verwendet werden.

  • Haptik

    Das Erfühlen von Oberflächenbeschaffenheiten, Größe, Konturen etc. wird als haptische Wahrnehmung bezeichnet. Bei Leder wird der Begriff Haptik mit dem Griff eines Leders in Verbindung gebracht. Beispiel hierfür ist die samtig Haptik für ein Nubukleder oder eine warme, weiche Haptik für ein Anilinleder.