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Lederlexikon I - L

I

Imprägnierung: Oder Hydrophobierung, wird an/auf Leder/n angewendet/aufgetragen, um diese bedingt wasserabweisend zu machen. Dieser Vorgang der Imprägnierung macht vor allem bei empfindlichen Lederarten Sinn, wie zum Beispiel bei Nubukleder oder Anilin-Leder. Somit dringt Feuchtigkeit langsamer in die Lederoberfläche ein, damit kann bei schneller Reaktion der Fleck noch abgetupft werden, bevor dieser eingedrungen ist. ACHTUNG: EEine Imprägnierung ist kein Allheilmittel. Sie schützt die empfindlichen Leder nur beschränkt/bedingt. (evtl. Abb. Leder imprägniert und nicht imprägniert mit einziehendem Wassertropfen).

Jeansabfärbungen: Durch Zunahme heller Lederfarbtöne (auch Kunstleder) im Möbel- und Automobilbereich haben auch die Beanstandungen bezüglich Farbtransfer von Jeans, beliebigen Textilien und Materialien (Kissen, Decke, „ABS-Socken“, Laptop-Mossgummifüße, Anzugshosen, Leggins, Ledergürtel etc.) zugenommen. Die nicht farbechten Jeans, Textilien, Materialien etc. färben auf das helle Leder (Kunstleder) ab, diese Farbstoffe migrieren (wandern/ziehen in die Lederoberfläche ein) in die Lederoberfläche. Mit üblichen wasserbasierenden Reinigern lassen sich solche Farbmigrationen nicht entfernen, es sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Um diese Problematik der Anschmutzung von pigmentierten Ledern zu verringern, hat die LCK in Zusammenarbeit mit Lanxess den Keralux® Intensivschutz und für Kunstleder den Kunstleder Intensivschutz entwickelt.

 

K:

Krakelierung: Oder auch Craquelé-Effekt, zeichnet sich durch eine gewollt gebrochene/gerissene Zurichtung (Abdeckschicht) aus. Hierbei wird auf die grundierte Lederoberfläche eine harte Abdeckschicht in einem Kontrastfarbton (hell auf dunkel oder dunkel auf hell) aufgetragen, getrocknet, evtl. geprägt. Nach diesen Arbeitsschritten wird das Leder gemillt/gewalkt oder gestollt, hierbei reißt/bricht die harte Abdeckschicht und ergibt den zweifarbigen Craquelé-Effekt.

Krakelierung Man spricht auch von  Krakelierungen, wenn das Leder anfängt sich zu zersetzten, auszutrocknen – Zerfall/Zersetzen von Leder.

Kernleder: Siehe "Blankleder/Stellung der Haut"

Katzenkratzer: Diese entstehen durch die Krallen der Katze, diese Kratzer fallen durch Ihre aufgeraute Lederoberfläche auf. Durch das „Einhaken“ der Krallen stehen kleine Stückchen Leder nach oben, meist fallen diese sehr stark auf, da sie heller sind. WICHTIG: Es gibt kein „Katzen geeignetes“ Bezugsmaterial (Leder und Stoff)!

Keder: Ist der dünne Schlauch um ein Polstermöbel, Automobilsitz oder Flugzeugsitz, der Keder kann sowohl aus Leder als auch aus Kunstleder sein. Dieser dient sowohl zur Verdeckung, zur Verzierung/Dekoration als auch zur Verstärkung von Kanten.

Lufthansa

Knarzen/Knarzverhalten: Das Knarzen sind Störgeräusche, die durch Reibung von Materialien aneinander entstehen können, wenn diese aneinander haften und die Aneinanderhaftung wieder gelöst wird. Faktoren hierfür sind: Oberflächenbeschaffenheit, Zusammensetzung des Finish, Verschmutzung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc. Es empfiehlt sich bei diesem Problem, erst einmal die Kontaktstellen mit einem geeigneten Reiniger zu reinigen und die waschaktiven Substanzen nach der Reinigung mit einem nebelfeuchten Tuch zu entfernen. Danach gut trocknen lassen, ggf. mit einem weichen, fusselfreien Tuch trocken reiben. Falls dies nicht genügt, gibt es verschiedene Geräuschminderungsprodukte.

Kunstleder: Meist ein textiles Unter-/Trägergewebe oder ein Vliesstoff, der mit einer Kunststoffbeschichtung versehen wird. Diese Kunststoffbeschichtung kann aus PVC oder Polyurethan sein und wird gerne mit einer künstlichen Oberflächenstruktur versehen, um das Kunstleder einem echten Leder ähnlicher zu machen. Leider werden Kunden häufig getäuscht und wissen nicht, dass Sie nur ein Kunstleder gekauft haben oder teilweise Kunstleder verarbeitet wurde. Auch Begriffe wie Textilleder führen zu solchen Verwirrungen. Dieser Begriff „Textilleder“ darf deshalb seit März 2012 nicht mehr verwendet werden.

LederVS_RS Rückseiten von Echtleder und Kunstleder

Konservierung Rohhaut: Haltbarmachen der Häute. Die Konservierung verhindert/verzögert den Zerfall-/Fäulnisprozess, der durch Mikroorganismen, Schimmel, Schädlinge etc. durchgeführt wird. Rohhäute können auf verschiedenste Arten konserviert werden, wie zum Beispiel:

a) Kühlen/Einfrieren: Beste Variante hierfür ist es, die Häute nach dem Abzug einzeln aufzuhängen und langsam über ein Transportsystem durch ein Kühlhaus zu transportieren. Das hat den Hintergrund, dass die Häute schneller gekühlt/durchgekühlt werden, als wenn diese auf einem „Haufen“/Wanne liegen, da der Zerfall schon nach 2 Stunden einsetzt.

b) Salzen: einer der häufigsten Methode der Konservierung. Durch das Salz entzieht man der Haut Wasser und somit die Lebensgrundlage für Mikroorganismen. Eingesetzte Salzmenge ca. 40-50 % Salz, bezogen auf das Rohhautgewicht, dies bedeutet für eine Rinderhaut mit 40-50 kg Gewicht benötigt man ca. 20-25 kg Salz.

c) Trocknen: geeignet für kleinere Felle, gleiches Prinzip wie beim Salzen, der Entzug von Wasser. Die Trocknung darf nicht in der direkten Sonne stattfinden, sondern an einem luftigen, schattigen Platz. Es ist darauf zu achten, dass das Fell während der Trocknung nicht nass wird, da ansonsten der Zerfall unverzüglich starten würde.

 

L:

Leder: Leder ist ein Flächenwerkstoff aus tierischer Haut, der durch chemische Behandlung und mechanische Bearbeitung unter Erhalt der natürlichen Faserstruktur gezielt neue Eigenschaften erhielt, wie Fäulnisbeständigkeit, bleibende Weichheit etc.

Lederdicke: siehe "Spalten"

Lackleder: Dieser Begriff darf laut RAL 060 A2 bei Ledern mit spiegelähnlicher (hochglänzender) Oberfläche handelt. Die Lackschicht/Beschichtung oder die angewendete Folie zur Beschichtung darf ebenfalls wie bei beschichtetem Leder ein Drittel der Gesamtdicke nicht überschreiten. Verwendung findet Lackleder vorwiegend in der Schuh- und Taschenherstellung (evtl. Abb. Lacklederware)

Lederbalsam: siehe "Lederpflege"

Lederreinigung: Der erste wichtige Schritt, wenn von Lederpflege gesprochen wird, da die Pflege von Leder zuerst mit einem sauberen Leder beginnt. Bei der Reinigerauswahl ist auf die Lederart zu achten, da nicht jede Reinigerzusammensetzung für jedes Leder geeignet ist. Zur sogenannten wöchentlichen Unterhaltsreinigung ist es ausreichend, mit einem nebelfeuchten (demineralisiertes, destilliertes Wasser verwenden), fusselfreien Tuch – keine Mikrofaser! –  vorsichtig ohne Druck über die Lederoberfläche zu wischen. Wir empfehlen hierfür unseren KERALUX® Staubfix. Mehr Tipps zur Lederreinigung und -pflege finden Sie hier.

Lederpflege: Ihre Aufgabe besteht darin, das Leder solange wie möglich schön zu erhalten. Wichtig hierbei ist, dass die unterschiedliche Oberflächenbehandlung auch unterschiedliche Reinigungs- und Pflegeanforderungen mit sich bringen. Feuchtigkeit, Lichtschutz und Antioxidantien brauchen alle Glattledertypen. Jedoch muss bei Anilin-Leder der Grad der Rückfettung weit höher sein, um die wunderbare Weichheit zu erhalten. Bei gedeckten/pigmentierten Ledern muss der Rückfettungsanteil speziell abgestimmt/feinteilig sein, damit dieser in die Oberfläche eindringen kann. Bei Anilin-Ledern ist auch eine zusätzliche Imprägnierung sinnvoll, da es sonst mit seiner offenporigen Oberfläche dem Alltag schutzlos ausgeliefert ist. Bei Rauledern, also einem Nubuk- oder Velourleder sind Pflegecremes nicht die richtige Wahl. Die angeschliffene Oberfläche würde verspecken, da die feinen Lederfasern verkleben. Bei diesem Ledertyp wird mit Imprägniersprays gearbeitet, die auch einen Lichtschutz enthalten können. Zum leichten Aufrauen (Aufbürsten) an den häufiger genutzten Stellen kann das Nubuktuch, bei regelmäßiger Anwendung, schon für eine deutliche Verschönerung der Oberfläche sorgen. Mehr Tipps zur Lederreinigung und -pflege finden Sie hier.

Lederfarbechtheitsprüfung: Ist die Bestimmung der Farbmigrationsechtheit gegenüber plastifizierten Polymeren (Prüfung nach DIN EN ISO 15701). Diese Prüfung wird durchgeführt, da Leder, genauer die Farbstoffe im Leder, im Kontakt mit weichmacherhaltigen Kunststoffen eine Migration (Farbwanderung) hervorrufen können. Beispiel hierfür wäre ein roter Lederturnschuh mit einer weißen Sohle: im Kontaktbereich verfärbt sich die Sohle rötlich/rosa. (evtl. Abb. Schulordner Gerbereipraktikum)

Lefa: Ist die Abkürzung für Lederfaserstoff, dieser Werkstoff wird aus Lederfasern (zum Beispiel: Falzspänen, Lederresten) und Latex (als Bindemittel) zu einer Rollenware gefertigt. Verwendung findet Lefa (auch Bonded Leather genannt) in der Schuhindustrie, als Buch – oder Kalendereinband. Aber auch im Billigmöbelsektor wird Lefa, zum Beispiel als Spannteil eingesetzt. Werkstoffe mit weniger als 50 % Lederanteil dürfen nicht als Lederfaserstoff tituliert werden, dies wird durch die EN 15987 geregelt.

Lederfehler: sollten mindestens in drei Bereiche unterteilt werden:

A) Rohhautschäden  1) entstanden am lebenden Tier 2) Abzugsschäden beim Schlachter 3) bei der Konservierung

B) Lederschäden      1) Unfälle  2) Gebrauch

C) Lederfehler:         1) produktionsbedingt   2) warentypisch/Leder bedingt

A) Rohhautschäden 1) entstanden am lebenden Tier:

Stacheldrahtrisse: meist tiefe Risse mit unregelmäßigem Verlauf

Striegelrisse: haben eine prallele, strichartige Anordnung, treten häufig über die ganze Haut verteilt auf

Mistgabelstiche: stichartige Verletzung in Reihe angeordnet

Brandzeichen: nicht oder sehr selten auf der europäischen Rohware zu finden,  bei fertigen Ledern durch den gesamten Querschnitt der Haut, also auch auf der Fleischseite erkennbar

OP-Narben: häufig bei Kühen, z.B. durch den Kaiserschnitt

Dungstellen: durch Mist- und Urinbehang verursachte Verätzungen der Rohhaut, häufig sehr große Stellen im Crouponbereich, der Narben wirkt wund, nubukiert.

Zeckenbisse: der Narben des Leders ist schräg, mit kleinen Löchern beschädigt

2) Abzugsschäden beim Schlachter: wie zum Beispiel: Fleischschnitte, Ausheber oder Narbenplatzer. Diese entstehen, wenn das Abziehen vom Tierkörper nicht reibungslos verläuft, mit dem Messer nachgeholfen wird und hierbei in die Retikularschicht eingeschnitten oder etwas herausgeschnitten wird. Oder die Narbenplatzer, wenn mit Abzugsmaschinen gearbeitet wird und diese zu stark an der Haut ziehen/reißen, dass der Narben überdehnt und aufplatzt.

3) Konservierung: äußert sich am fertigen Glattleder auf der Narbenseite, wie kleine eingefallene Rillen, die eine verästelte Struktur aufweisen. Ursache hierfür sind schlecht ausgeblutete Häute, da das restlich verbleibende Blut in den Adern schneller fault, als das übrige Gewebe darum. Wenn dazu noch zu spät oder mangelnd konserviert wird, ist die Adrigkeit vorprogrammiert.

B) Lederschäden

1) Unfälle: mit Unfällen werden kleinere oder größere Missgeschicke gemeint, die die Lederoberfläche zerkratzen oder zerstören, wie ein Kratzer durch Reißverschlüsse an der Hose oder der vergessene Schraubendreher in der Arbeitshose.

2) Gebrauch: Fettstellen/Schweiß: entstehen durch den regelmäßigen Kontakt von Körperpartien zum Leder. Häufige Stellen hierfür sind die Armlehnen, Kopfauflagestellen oder zum Beispiel Lenkräder. Durch eine regelmäßige/nutzungsbedingte Reinigung und Pflege der gebrauchten Möbel/Autointerieurs können diese Veränderungen herausgezögert werden, da diese Stellen durch einziehendes Fett/Hautfett und Schweiß (menschlicher Schweiß hat einen pH-Wert von ~8 und ist somit alkalisch) entstehen.

Zerfall/Zersetzen von Leder: wird durch mangelnde Reinigung und Pflege oder zu trockener Raumluft (Vorsicht – zu feucht Schimmelgefahr) gefördert. Anfänge hiervon sind sogenannte Trockenbrüche in der Lederoberschicht (auch Krakelierungen genannt). Jedoch muss dazu auch gesagt werden, dass sich irgendwann jedes Leder verbraucht und zersetzt, bedingt durch die äußeren Einflüsse.

Jeansabfärbung:   siehe "Jeansabfärbung"

C) Lederfehler:

1) produktionsbedingt: Beispiel die unegale Färbung (in der Produktion): vor allem bei Anilin-Ledern sehr interessant, da diese keine weitere Zurichtung der Oberfläche erhalten. Diese unegale Färbung kann verschieden ausfallen:  - Bronzieren: ist ein metallisches Glänzen der Narbenseite bei Anilin-Ledern, durch zu viel oder falsch ein-/aufgebrachte Farbstoffe, dieses Problem lässt sich nicht selbst in den Griff bekommen. Diese Leder färben stark ab und sollten beanstandet werden (geschieht bei Bekleidungs- oder Schuhoberledern)

 - ungeordnete Liegefalten: hellere Streifen auf einem Anlin-Leder, die auch quer zur Rückenlinie verlaufen können. Kommen zum Beispiel durch einen Fassstillstand zustande, kann nur im Gerbereiablauf durch zügigen Arbeitsablauf vermieden werden.

 - Halsriefen färberisch betont: bei Mastvieh bedingt durch extrem höheren Fettanteil im Halsbereich oder durch schlechtes Auswaschen der Neutralisation, kann nur in der Gerberei durch Ablauf/Rezepturoptimierung verbessert werden.

2) Lederherstellungsbedingt oder warentypisch:

Abfärbendes Leder: siehe: "Abfärbendes Leder"

Fettausschlag: siehe "Fettausschlag"

mangelnde Zwischenhaftung: Zeigt sich bei pigmentierten Ledern, durch das Abschälen einer Schicht (wie nach einem Sonnenbrand), meist erscheint darunter eine intakte Zurichtung in einer etwas anderen Farbe, Beispiel: Original-Leder ist ein gelbliches Beige, darunter kommt ein helleres, weißes Beige hervor oder die Matt-/Glanzstufe ist komplett unterschiedlich: original sehr matt und darunter seidenglänzend. Bei grenznahen Haftungswerten der Zurichtschichten kann durch Gebrauch, Schweißkontaminierung, UV-Einstrahlung usw. die Zwischenhaftung verringert werden. Die Sichtbarkeit wird durch mechanische Beanspruchung (Bsp.: Nutzung, Reinigung etc.) beschleunigt. 100 % nur durch zerstörerische Prüfung feststellbar!

LGR: Im Jahre 1954 eröffnete das Lederinstitut Gerberschule Reutlingen mit einer Lehr- und Versuchsgerberei, sowie Labor-, Schul- und einem Verwaltungstrakt. Es wurden über 1600 staatlich anerkannte Ledertechniker aus über 72 Ländern ausgebildet. Leider wurde die LGR im September 2011 nach der Insolvenz geschlossen.

Lichtechtheit: beschreibt die Echtheit der Lederoberfläche gegenüber Sonneneinstrahlung, da Sonnenlicht einen hohen UV-Licht-Anteil besitzt, hat es auf die Lederoberfläche eine zersetzende Wirkung, dies äußert sich in Farbveränderungen/Ausbleichungen. Die Prüfung für Möbelleder findet mit einem bestimmten Prüfgerät (z.B.: Suntest), nach DIN EN ISO 105-B 02 statt und wird anhand eines Blaumaßstabes beurteilt. Der Blaumaßstab hat 8 Stufen, was diese Stufen ca. aussagen, siehe Tabelle Grad Bezeichnung entspricht in Mitteleuropa einer Belichtungszeit von 8 hervorragend 700 Tagen, 7 vorzüglich 350 Tagen, 6 sehr gut 160 Tagen, 5 gut 80 Tagen, 4 ziemlich gut 40 Tagen, 3 mäßig 20 Tagen, 2 gering 10 Tagen, 1 sehr gering 5 Tagen. Bei Leder gilt, für besonders hohe Gebrauchseigenschaften muss mind. Stufe 6 erreicht werden, dies ist die höchste Stufe für Leder, bei Textilien geht der max. Wert bis Stufe 8.

Lederarten:

Anilinleder: Das „Anilin“ bezieht sich bei Leder, auf ein mit rein löslichen Farbstoffen gefärbtes Leder, ohne die Oberfläche abzudecken, sodass die Haarlöcher und das Narbenbild sichtbar bleiben. Dies wird auch als offenporig bezeichnet. Hierbei werden Naturmerkmale sowie leichte Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche nicht abgedeckt, sondern bleiben erhalten und bestärken das natürlich Aussehen. Die Bezeichnung „naturbelassenes Leder“ konnte sich leider nicht durchsetzen. Dies wurde versucht, um Missverständnisse mit dem Blutgift Anilin zu umgehen. Anilinleder hat durch die offene Oberfläche einen warmen, weichen und angenehmen Griff, sowie eine sehr gute Atmungsaktivität.

Anilin

Semi Anilinleder: Bei diesem Ledertyp findet eine leichte Pigmentierung (Zurichtung) der Lederoberfläche statt. So, dass das Narbenbild und die Haarlöcher noch deutlich zu erkennen sind. Somit ist ein Semi Anilinleder etwas unempfindlicher als ein Anilin-Leder. In der Gerberei wird jedoch versucht, einen warmen, weichen Griff – Anilin-Leder ähnlich – beizubehalten. Durch die leichte Pigmentierung der Lederoberfläche werden Naturmerkmale etwas geschönt, hierbei entsteht ein gleichmäßigeres, egaleres Aussehen der Lederoberfläche.

SemiAnilin

Pigmentiertes/gedecktes Leder: Ist pflegefreundlicher und strapazierfähiger als Anilin- oder Semi-Anilinleder. Dies wird durch eine deckende Pigmentierung (Zurichtung) erreicht. Das natürliche Narbenbild und die Haarlöcher sind nicht mehr erkennbar, hierdurch wird eine Prägung des Leders sehr wahrscheinlich. Die Atmungsaktivität der pigmentierten Leder ist stark herabgesetzt, im Vergleich zu Anilin- oder Semi-Anilinleder, deshalb wird es von Kunden häufig als „kalt“ bezeichnet.

Narbenkorrigiertes Leder: Ist mit einem pigmentierten Leder vergleichbar, nur mit dem Unterschied, dass die Narbenseite fein angeschliffen wird wie bei einem Nubukleder, um Naturmerkmale und Beschädigungen in der Lederoberfläche zu egalisieren. Diese Leder werden geprägt, somit erhält man aus schlechter Rohware die maximale verwendbare Fläche.

Nubukleder: Nubukleder kann nur aus der abgeschliffenen Narbenseite (Haarseite) einer Haut entstehen, da das typische Erkennungsmerkmal für ein Nubukleder, im Gegensatz zu einem Velourleder ist, dass das Narbenbild, also die Haarlöcher, zum Beispiel mit einem Fadenzähler (eine Lupe aus der Textilindustrie) noch erkennbar sein müssen. Nubuk zeichnet sich durch eine samtweiche, feinschliffige und kurzfasrige Oberfläche mit einem Schreibeffekt aus.

Velours_Schreibeffekt

Geprägtes Nubuk (Nubuk-/Glattlederkombination): Entsteht meist wie folgt: ein Anilin-Leder wird mit einer x-beliebigen Struktur geprägt, die erhabenen Stellen der Prägung angeschliffen und danach gemillt. Die hellen Stellen sind dann das Nubukleder und die dunklen Stellen das Anilin-Leder (Glattleder). Dieser Ledertyp wurde in den 80-90ern auf Polstern verarbeitet und ist heute eher untypisch.

GeprägtesNubuk

Velourleder: Kann aus einem Fleisch- oder Narbenspalt entstehen, es müssen keine Haarlöcher auf der Oberfläche des Velours erkennbar sein. Im Gegensatz zu Nubukleder hat das Velourleder einen viel gröberen Flor und wirkt nicht so elegant. Häufig wird Velourleder im Volksmund als Wildleder bezeichnet, dies ist jedoch nicht richtig.

Wildleder: Entstehen tatsächlich aus Tieren, die im Freien leben, wie zum Beispiel: Rehe, Hirsche etc. Durch das Leben im Freien, ist die Narbenseite stark vernarbt, deshalb wird meist die Fleischseite genutzt und ein Velourleder hergestellt.

Spaltleder:  Die Haut wird in der Produktion wegen Ihrer Dicke, meist in zwei Schichten gespalten. So entsteht der hochwertige Narbenspalt und der weniger stabile Fleischspalt. In der Weiterverarbeitung wird der Fleischspalt dann in Spaltleder oder Spaltvelour umbenannt. Das Wort „Spalt“ muss in der Auslobung enthalten sein, da dies klar auf den weniger stabilen Fleischspalt hinweist. 

Beschichtete Spaltleder: Oft bei Möbeln im unteren Preissegment zu finden. Leider wird der Kunde beim Kauf häufig nicht darauf hingewiesen. Somit ist der Kunde im Glauben eine „hochwertige Ledergarnitur“ gekauft zu haben. Jedoch hat der Kunde ein minderwertiges Spaltleder (meist mit einer Beschichtung – Folie, Binder/Pigmentmix etc.) erhalten, anstatt ein hochwertiges Narbenleder. Die Lebensdauer dieses beschichteten Spaltleders ist deutlich geringer als bei einem hochwertigen Narbenleder. Ebenfalls sind die Beanstandungsquoten bei beschichteten Spaltledern deutlich höher als bei Narbenledern.

PU-Leder: Werden fälschlicherweise auch als Pull-Up Leder bezeichnet. Vorsicht! Diese Ledertypen haben nichts miteinander gemeinsam – weder im Gebrauch, in der Reinigung oder der Pflege! PU-Leder sind Spaltleder, die mit einer PU-Folie (Polyurtehanfolie) beschichtet wurden und eine glänzende, antike Oberfläche aufweisen. Häufig werden diese Leder im Verkauf nicht als Spaltleder deklariert. Beanstandungen für diesen Spaltledertyp sind klebrige Stellen oder Ablösungen der Folie im Kopf-, Arm- und Handauflagebereich, da die PU-Beschichtung den pH-Wert des Schweißes und des Hautfettes auf Dauer nicht verträgt.

PUbeschichtg

Pull-Up Leder: Sind Glatt- oder Nubukleder, die einen Öl-, Fett- oder Wachsfinish auf der Lederoberfläche erhalten haben. Meist sind schon bei der Ausstellung der Möbel starke Gebrauchs-/Nutzungsspuren zu erkennen. Diese „Patina“ ist warentypisch und gewünscht. Falls das Leder eine zusätzliche Zurichtung über den Öl-, Fett- oder Wachsfinish erhalten hat, dauert das Ausbilden der Nutzungsspuren länger und der Kunde sollte auf die warentypische Veränderung der Lederoberfläche hingewiesen werden, da ansonsten eine Beanstandung vorprogrammiert ist.

Pull-Up

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